Erste Tage im Ländle

wasserfall

waldweg

Ein unglaubliches Panorama – für den Flachländer ungewohnt. Gigantisch. Allerdings brauche ich zwei Versuche, um eine Joggingstrecke zu finden, die mich an Höhenunterschied nicht überfordert.

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home sweet home … für die nächsten drei Wochen

Mein Kollege und ich wohnen im Gästehaus, keine 100 Meter vom Theater entfernt; ein uriges altes Gebäude mit einer Mischung aus Jugendherbergs- und Bauernhauscharme. Zur Stund sind wir die einzigen Gäste, was natürlich extrem komfortabel ist. Man kann laut Text lernen und jeden Tag den Duschraum wechseln, wenn man möchte. Gegenüber gibt es einen Bauernhof mit Milchtankstelle und Apfel-Häusle, ausserdem kriegt man da Kartoffeln und Eier.

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Das Apfel-Häusle

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Die Milchtankstelle

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Und – Simmersfeld hat einen eigenen Michel! Der Fleckenvetter-Michel von Simmersfeld zeichnete sich, soweit ich es verstanden habe, vor allem dadurch aus, dass er seinen Ertrag aus der Landwirtschaft umgehend versoffen hat.

Fleckenvetter-Michel

Ich genieße es sehr, keinen langen Weg zur Arbeit und vor allem sonst keine Termine zu haben. Es fühlt sich tatsächlich ein bißchen an wie bezahlter Urlaub. Dabei arbeiten wir durchaus. Einen Teil des Tages verbringe ich als Sophie in Paris – bis jetzt nur „am Tisch“, ab morgen dann auf der Bühne. Einen Teil des Tages ist bereits Sommer, August in Paris. Der Monat, wo die anderen Pariser im Urlaub sind und die Stadt aus Touristen und Flics besteht. Und auch Sophie ist nur in der Stadt, weil Jean-Emile sie dieses Jahr nicht, wie in den Jahren davor, auf seine Yacht eingeladen hat. Es ist ihr vierzigster Geburtstag und sie ist mutterseelenallein. Ein Zustand, welcher der überaus sinnlichen Frau, die gewohnheitsmäßig von Männern umschwärmt und erobert wird, so katastrophal erscheint, dass sie beschliesst, sich in der Badewanne das Leben zu nehmen. Bedauerlicher- … nein, glücklicherweise produzieren die Vorbereitungen auf dieses letzte Bad einen Wasserschaden in der Wohnung unter ihr und der eigenbrötlerische Nachbar Betrand verhindert durch seinen Auftritt, dass das Stück schon nach wenigen Minuten zu Ende ist. Eine Beziehungskomödie – Boulevard as Boulevard can – nimmt ihren Lauf. Und ich mag diese Sophie, die so emotional und so leidenschaftlich und unmittelbar … ja, so ganz la Parisienne ist. Nach der Probe umgibt mich dann wieder schwarzwäldische Landruhe.

Bis jetzt vermisse Hamburg noch nicht allzu sehr, auch wenn ich nicht davon ausgehe dem Hans-Castorp-Syndrom zu verfallen und statt der geplanten drei Wochen sieben Jahre zu bleiben. Naja, der war ja auch in der Schweiz.

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