Business as usual

Nach einer weiteren Woche kehrt fast so etwas wie ein Gefühl des Alltags in der französischen Hauptstadt ein. C’était une semaine enorme, wie der Franzose sagen würde. Neben dem Tante Emma Laden gab es jeden Vormittag und oft auch noch Abends etwas zu tun, so dass ich mich gestern schon am späten Nachmittag mit Migräne ins Bett begab.

Unter anderem habe ich diese Woche meine Montmartre Tour zumindest so vollständig vorbereitet, dass ich sie anständig präsentieren kann. Obwohl ich vermutlich trotzdem die einzige Gästeführerin sein werde, die ihre Stadt schlechter kennt als die Touristen – aber ich habe ja in meinem Beruf gelernt, solche Defizite erfolgreich als Teil des Events zu verkaufen. Am Mittwoch wollte ich mir die Premiere meiner Kolleginnen und Kollegen von Schwarzbrotgold ansehen. Der Besuch endete leider damit, dass mir mitgeteilt wurde, man könne mich nicht mehr reinlassen, der Saal sei pickepackevoll. Man entschuldigte sich aber sehr liebevoll, und die Dame von der Billeterie gab mir ihre Handynummer für den Fall, dass es nächstes Mal Probleme geben sollte, und versprach, im Notfall persönlich für Einlass zu sorgen. An der turbulenten Premierenfeier habe ich hinterher trotzdem teilgenommen und bereue es nicht, gewartet zu haben. Umso gespannter bin ich ausserdem, das Stück zu sehen, über das natürlich an diesem Abend viel geplaudert wurde … „Typisch deutsch“ ist der Titel des Ouevres, und offensichtlich hat das Publikum, ähnlich wie im Theatersport, eine nicht ganz unwesentliche Aufgabe, indem nämlich Orte und Themen des Geschehens teilweise von den Zuschauern bestimmt werden können.

Desweiteren wurde die Eröffnung eines zweiten französischen Bankkontos nötig, weil das Online-Konto, welches ich im Tabac eröffnet hatte, sich als ziemlicher Mist erwies. Auf diese Weise verbrachte ich zwei Vormittage auf der banque postale und warte bis heute auf Bankkarte und Online-Zugang.

Heute scheint in Paris die Sonne, ich fühle mich wieder ausgeruht und voller Tatendrang und werde mich nun auf die Suche nach einem speziellen Ort begeben, den ich zwar aus dem letzten Jahr noch dunkel erinnere, aber nicht mehr exakt orten kann. Allée, je m’en vais.

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