A dimanche, Paris

Gare de l'est. A dimanche, Paris!

Gare de l’est.
A dimanche, Paris!

TGV fahren ist super! Geht doppelt so schnell wie auf deutschen Schienen, kostet aber dafür nur die Hälfte. Zudem hat man, selbst auf dem deutschen Handy, einen trillianten Empfang. Allerdings nur solange, bis der Zug deutschen Boden erreicht hat. In diesem Punkt ist unser Vaterland ein Entwicklungsland geblieben.

Zurück in Deutschland fahre ich mit der Bimmelbahn weiter in den Schwarzwald, wo am Abend „Vier linke Hände“ zum besten gegeben wird. Zunächst ist es ja etwas verwirrend, dass man sich überall normal unterhalten kann und sämtliche Beschilderungen in deutscher Sprache verfasst sind, aber nach 20 Minuten habe ich mich wieder vollständig eingelebt und bekomme Anflüge von Heimweh nach Hamburg.

Das abendliche Stück wird mich jedoch zunächst wieder in die französische Hauptstadt zurück katapultieren. Diese ist Ort des Geschehens in der Geschichte rund um Sophie und Bertrand. Lokalitätsmäßig bin ich also ausgezeichnet vorbereitet. Ich freue mich, wieder auf der Bühne zu stehen. So lange Spielpause hatte ich schon lange nicht mehr, und die Bühne im Kurtheater Bad Dürrheim ist schon ebenso vertraut wie das Salzstüble, die einzige ortsansässige Kneipe, die nach Mitternacht noch geöffnet hat. Allerdings ist unser Bühnenbild einer Veränderung unterzogen worden, und zwar um es schweiztauglich zu machen. Am Samstag spielen wir auf einer schnuckligen, kleinen Bühne im schweizerischen Büren und mussten die Drehbühne den dortigen Dimensionen anpassen. Ein dummer Fehler meinerseits sorgt ausserdem am Abend für einen ärgerlich holprigen Einstieg. Ich hatte ein unverzichtbares Requisit vergessen und ärgere mich heute noch, dass mir das passieren konnte. Zum Glück haben wir ein großartiges Publikum, welches so viel Stimmung verbreitet, dass die Spielfreue trotzdem erhalten bleibt. Ins Salzstüble habe ich es an diesem Abend müdigkeitsbedingt trotzdem nicht mehr geschafft. Und das war auch gut so. Mein Kollege berichtete nämlich heute morgen, es sei zu gewesen und er mußte unverrichteter Dinge wieder heimkehren. Der Besuch wurde daher auf heute Abend verschoben.

Zu gut gerutscht

Zurück aus dem Schwarzwald verbringe ich letzte Tage in Hamburg, und zwar mit den finalen Vorbereitungen für den Umzug am Samstag. Dies gelingt zur Stund allerdings nur mit der tatkräftigen Unterstützung meines Sohnes, denn mein Rutsch ins neue Jahr gestaltete sich diesmal unfallträchtig. Mit ungeignetem Schuhwerk einem Zug hinterherspurtend rutschte ich … und zwar aus. Die Folge sind ein geschwollener Fuß und dadurch bedingt eingeschränkte Bewegungsfähigkeit.

Nach dem Rutsch

Nach dem Rutsch

Immerhin ist am Neujahrstag meines Wissens nach kein prominenter Sympathieträger gestorben und das dahingehende 2016-Bashing wird sich hoffentlich in diesem Jahr nicht fortsetzen. Langsam bin ich nämlich in der Tat ein wenig overflashed von Leuten, die im eigenen Jahresrückblick dem Schicksal prominenter, aber ihnen persönlich unbekannten Persönlichkeiten mehr Bedeutung zumessen als ihrem eigenen.

Vor meinem Sturz ins neue Jahr haben wir übrigens eine fulminante Silvestervorstellung gespielt mit voller Hütte und beglücktem Regisseur. Ein wundervoller Jahresausklang! Vier linke Hände ist bereits im Februar wieder auf dem Spielplan, so dass ich bereits in 4 Wochen ein erstes Gastspiel in Deutschland gebe und damit sanft in die berufliche Quasi-Pause geführt werde …

Bonne année à tout le monde, bref:

3. Station: Zurück im schwarzen Wald

Gar nicht so weit weg von Frankreich, nämlich unweit von Straßburg im Schwarzwald, wurde über die Feiertage „Vier linke Hände“ wieder aufgenommen, das Stück, mit dem das Jahr 2016 für mich begann. Auch wenn in allen sozialen Netzwerken das morgen zu Ende gehende Jahr als bitch beschimpft und der Tod diverser Prominenter (von denen manch einer, wie etwa Leonard Cohen, doch immerhin ein stolzes Alter erreicht hatte) zum Anlass genommen wird, 2016 als besonders häßliches Jahr zu brandmarken, war es für mich persönlich ein erlebnisreiches und wundervolles Jahr, und ich finde es schön, es am morgigen Silvesterabend mit dem Werk ausklingen zu lassen, welches mich hat hineingleiten lassen.

Die Geschichte von Sophie und Betrand paßt zwar nicht ganz zur Jahreszeit, spielt sie doch im menschenleeren Paris im Sommermonat August, wo unsere beiden Hauptfiguren als einzige die Sommerfereien zu Hause verbringen. Aber Liebesgeschichten lassen sich auch postsaisonal – um mal eine 2016 prägende Wortwendung zu verwenden – hervorragend erzählen, und es ist eine solche Freude, die Welt dieses Katastrophenpärchens auf der Bühne entstehen zu lassen! Besonders freue ich mich auf die morgige Silvestervorstellung, zu der ich drei besondere Gäste begrüßen darf, unter ihnen meine Mutter. Ein würdiger Abschied von 2016 und wenig später auch vorübergehend von deutschem Boden.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gelungenen Jahreswechsel.

Zur Vorankündigung der Silvestervorstellung.

Wenn zwei Menschen zwei linke Hände haben, macht das „Vier linke Hände“, so lautete auch der Titel der Aufführung des Regionentheaters im Bad Dürrheimer Kurhaus. Dabei ist mit den Händen der beiden Hauptpersonen, Sophie und Bertrand, eigentlich alles in Ordnung. Schwierigkeiten haben sie nur, Herz und Verstand in Einklang zu bringen. | Bild: Martin Gruhler

Wenn zwei Menschen zwei linke Hände haben, macht das „Vier linke Hände“, so lautete auch der Titel der Aufführung des Regionentheaters im Bad Dürrheimer Kurhaus. Dabei ist mit den Händen der beiden Hauptpersonen, Sophie und Bertrand, eigentlich alles in Ordnung. Schwierigkeiten haben sie nur, Herz und Verstand in Einklang zu bringen. | Bild: Martin Gruhler

Minipremierennachklapp

Eben noch in die Künstlergarderobe, jetzt auf unnserre Showbühnööö ...  Luise Schmelz geb. Hoche

Eben noch in die Künstlergarderobe, jetzt auf unnserre Showbühnööö … Luise Schmelz geb. Hoche

Die Premiere war ein Fest!
Größte Herausforderung: Essensszene im Kostüm. Tatsächlich hat es zwei kleine Soßenflecken abbekommen, deren Entfernung ich versuchte, würdevoll ins Spiel einzubauen.
Blödeste Panne: Kleiner Hustenanfall in einer Schlüsselszene
Persönliches Highlight der Figur: furienartige Attacke der Hausherrin auf die Dienstbotin mittels eines eleganten Regenschirms.

Aftershow ...

Aftershow …

Ich befinde mich jetzt wieder 21.Jahrhundert, und zwar im Land der Frühaufsteher. Die ersten sind wahrscheinlich bereits aufgestanden, während ich mich hier zufrieden, betrunken und schläfrig in die gute Nacht verabschiede. Ruhen Sie wohl!

Erste Station: Hannover

2 Tage hatten wir Zeit, „Das Tuch des Schweigens“ szenisch einzustudieren. Ein Probenprozeß im Tempo eines Duracell Karnickels, nicht ganz unanstrengend, aber extrem sympathisch, denn die Kollegen sind alle super vorbereitet und die Arbeit macht einfach Spaß – auch wenn ich die kleine Pause gerade sehr geniesse, nachdem der gestrige Arbeitstag keinen Raum für Blogeinträge ließ. In meinem Kostüm erinnere ich mich selbst an Mrs Oleson aus der kleinen Farm. Ein Umstand, den ich erstmal verarbeiten mußte, ist doch mein inneres Selbstbild immernoch eher das einer jugendlichen Schönheit als das der gealterten Matrone, die ich inzwischen bin. Aber hey, das Kleid läßt sich immerhin problemlos schliessen und es sind keine Hungerkuren erforderlich gewesen, um es passend zu machen.

Kostümprobe Hier noch ohne Frisur und Schminke und mit fälschlicherweise heraushängendem

Kostümprobe
Hier noch ohne Frisur und Schminke und mit fälschlicherweise heraushängendem „Lätzchen“ vorne am Bauch, das, wie ich inzwischen erfahren habe, IN den Rock gehört.

Inzwischen sind wir bereits nicht mehr in Hannover, sondern am Spielort im sachsen-anhältischen Burg, wo die Aussentemperaturen deutlich frostiger sind, aber der spielortnahe Italiener ein Traum. Hier offerierte man und gestern Abend eine excellente Mahlzeit zu verdammt fairen Preisen und glänzte durch ebenso witziges wie zuvorkommendes Personal.

Die Figuren im Stück sind übrigens zum Teil authentisch oder abgeleitet von realen Burger Bürgern der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts. Die Geschichte rund um Liebe, Leid und Geschäfte der Tuchmacherfamilie Schmelz  ist allerdings frei erfunden.

Heute Abend begeben wir uns in die Premiere in der Stadthalle in Burg. Möge die Turboproduktion gelingen!

On y va!

Nächste Woche ist Aufbruch.

Zunächst geht es nach Hannover, wo eine exklusive Darbietung (auf Wunsch des Auftraggebers geschrieben und konstruiert) einstudiert wird: DAS TUCH DES SCHWEIGENS, Premiere am 16.12. in der Stadthalle Burg.
Ich freue mich schon auf mein Kostüm und hoffe gleichzeitig, dass es paßt, denn für eine vorherige Anprobe blieb keine Zeit. Zur Not muss ich mich in den verbleibenden anderthalb Tagen reinhungern … Jedenfalls entspricht die Verortung der Handlung ins Tuchmachergeschäft des 19. Jahrhundert sehr meiner Schwäche für die Romantik, die die Klamotte der damaligen Zeit in mir freisetzt. Um ehrlich zu sein, ist dies sogar ein großer Gewinn im Schauspielbusiness, sowas ab und an tragen zu können, ohne ansonsten den Widrigkeiten dieser Epoche ausgesetzt zu sein.

Zweite Station ist dann nochmal Paris, wo ich in der Vorweihnachtswoche meine Einarbeitung im Tante Emma Laden absolviere, bevor ich im Januar endgültig meine Köfferchen und mich selbst dorthin verpflanze. Teile des hiesigen Hausrats sind bereits im Keller verstaut und erste Vorbereitungen für den endgültigen Umzug getroffen, denn ich werde von Paris aus nicht sofort nach Hause zurückkehren. Stattdessen bleiben anderthalb Tage für das obligatorische Weihnachtsintermezzo bei der Familie. Und schliesslich steht am ersten Weihnachtstag meine Gastspielreise in den Schwarzwald an. VIER LINKE HÄNDE wird hier wieder aufgenommen und sowohl Weihnachten als auch Silvester gespielt. Ich freue mich sehr auf diese Art des Abschieds aus Deutschland, zumal ich das Stück liebe und ausserdem Silvesterbesuch bekomme, dem Sophie Delassère zu präsentieren mir eine ganz besonders große Freude sein wird!

Bis dahin beschäftigen mich die letzten Vorstellungen mit Theater auf Tour, ein Besuch der noch nicht eröffneten, aber -tadaa- inzwischen fertig gebauten, umstrittenen Elbphilharmonie und die finale Stadtrundfahrtsmoderation am kommenden Montag.
Der Anblick meiner kahlen Hamburger Wohnung fühlt sich ein wenig seltsam an und die Vorstellung, ihr ein ganzes Jahr lang fern zu bleiben, ist schon jetzt nicht ganz wehmutsbefreit. Aber hey, no risk no fun, und ein Zurück gibt es zum jetzigen Zeitpunkt eh nicht mehr. Ich vermelde also vorfreudige Zufriedenheit mit meinem Zeitmanagement und …

ich-bin-dann-mal-weg-rosalimone

 

Es weihnachtet sehr

Jedenfalls liegt in Hamburg bereits ein Hauch von weiß über Bäumen, Büschen und Strassen und ich bereite mich gemächlich auf die bevorstehenden Vorweihnachtsvorstellungen vor.

Dieses Jahr auf dem Programm:

Ich freue mich auf ein neues Ensemble in Burg, von dem ich immerhin die Initiatorin Vroni Kiefer schon seit der Schauspielschule kenne. Und ich freue mich auf ein Wiedersehen mit dem alten Ensemble im Schwarzwald, dessen Intiatorin Birgit Heintel ich ebenfalls schon seit der Schauspielschule kenne. Ich freue mich auf das Kostüm als Luise Schmelz, welches mich zu einer feinen Dame des 19. Jahrhunderts macht – ein Kindheitstraum by the way, die Fummel von Sissy und dem Nesthäkchen ließen damals mein Mädchenherz höher schlagen, und wie soll ich sagen, noch jenseits der vierzig bereitet mir die Vorstellung dieser Klamotte leuchtende Augen. Die Aussicht, den Silvesterabend mit Betrand Lachaume alias Hans Diehl zu begießen – mit Mama und zwei lieben Freunden im Publikum – ist nicht minder entzücklich, zumal in dem Stück eh viel Champagner getrunken wird, selbst wenn wir uns mitten im August befinden – und zwar im um diese Jahreszeit menschenleeren Paris.

Apropos Paris: Im Anschluss an diese Silvestervorstellung werde ich in Hamburg meine Köfferchen packen und in Richtung der französischen Capitale, von den Einwohnern auch Paname genannt, reisen, um dort ein Jahr zu verbringen. Aber das ist eine andere Geschichte und wird ein anderes Mal erzählt.

Nur so viel: Stippvisiten in Deutschland bleiben nicht aus, denn Vier linke Hände steht auch im nächsten Jahr auf dem Spielplan.

Unbekannt verzogen

Im Nachklapp noch eine dritte Kritik aus der Neckarquelle.

By the way: Ich bin jetzt die einzige Einwohnerin von Offenburg, die ihren Wohnort noch nie betreten hat. Ob ich es damit ins Guinessbuch der Rekorde schaffe?

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Bad Dürrheim
Ein Mann als letzte Chance
(Neckarquelle, 31.3.2016)

Wenn zwei Menschen zwei linke Hände haben, macht das „Vier linke Hände“, so lautete auch der Titel der Aufführung des Regionentheaters im Bad Dürrheimer Kurhaus. Dabei ist mit den Händen der beiden Hauptpersonen, Sophie und Bertrand, eigentlich alles in Ordnung. Schwierigkeiten haben sie nur, Herz und Verstand in Einklang zu bringen. | Bild: Martin Gruhler

Wenn zwei Menschen zwei linke Hände haben, macht das „Vier linke Hände“, so lautete auch der Titel der Aufführung des Regionentheaters im Bad Dürrheimer Kurhaus. Dabei ist mit den Händen der beiden Hauptpersonen, Sophie und Bertrand, eigentlich alles in Ordnung. Schwierigkeiten haben sie nur, Herz und Verstand in Einklang zu bringen. | Bild: Martin Gruhler

Regionentheater im Bad Dürrheimer Kurhaus / Trockener Humor und amüsante Dialoge / Alles wird gut
von Martin Gruhler
„Vier linke Hände“ lautete der Titel eines Boulevardstücks von Pierre Chesnot, welches das
Regionentheater in seiner aktuellen Spielreihe im Kurhaus aufführte. „Jeder Topf findet seinen Deckel“ lautet die Quintessenz darin.
Nur: doppelte Linkshänder müssen eben länger dran werkeln. Die Komödie spielt in den Sommerferien in Paris. Alle Stadtbewohner sind scheinbar ans Meer verreist. Nur die mondäne Sophie (treffend dargestellt durch die Offenburgerin Esther Barth) ist offenbar zu Hause geblieben und muss ihren 40. Geburtstag alleine feiern.
In depressiver Stimmung fließt viel Alkohol sowie das Badewasser in die Wanne und die Schlaftabletten liegen auch schon bereit. Da ruft Freundin Suzanne an und im vermeintlich letzten Gespräch empfiehlt diese Sophie, sich doch einfach dem nächstbesten Mann an den Hals zu werfen.
Plötzlich steht der da – äußerst aufgeregt. Wenn zwei Frauen telefonieren verläuft sich die Zeit und in diesem Fall auch das Badewasser – in die unterhalb befindliche Wohnung des zu Recht empörten Herrn, den der Hamburger Hans-Herbert Diehl gekonnt darstellte. Sein Name lautet Bertrand. Ihm gehört die Wohnung unterhalb, die jetzt überschwemmt ist. Das spielt für Sophie keine Rolle, denn sie erkennt in Bertrand die letzte Chance für ihr Lebensglück, die jetzt versucht werden muss. Der eingefleischte Junggeselle, dazuhin auch ein schrulliger Professor, erweist sich als festgefahrener Kauz, der allem Süßholzraspeln von Sophie, die es auch als aufreizender Vamp versucht, erst einmal widerstehen kann.
Es entsteht ein exemplarischer Stellvertreterkrieg“ im ewigen Werbebalzkampf von Mann und Frau. „La vie en rose“ trällert Sophie den Chanson von Edith Piaf immer wieder, das Leben funktioniert wohl erst durch die rosarote Brille gesehen, wenn man auch Kompromisse eingehen kann. Wie mit jeweils zwei linken Händen versehen, versuchen die beiden, sich dann doch näher zu kommen, deppert und tollpatschig geht das allerdings nur mühsam voran. „Liebe geht durch den Magen“ – von wegen. Er verschmäht ihre exotischen Kochkünste, sieht darin immerhin aber die Möglichkeit einer etwas anderen Weltreise.
Sie verlacht das Geschenk eines blechernen Marionettenvogels, den er in seiner Werkstatt zusammengebastelt hat. Im ersten Akt ist es Sophie, die Bertrand an die Wäsche will, im zweiten ist es dann umgekehrt. Leidenschaftlich wird um einen Kinobesuch gestritten: Soll`s der Streifen von Pasolini oder der von Bergmann sein? Das Bühnenstück von Pierre Chesnot spielt offenbar so abgeleitet in den 1960er bis 70er-Jahren oder doch nicht. Paris nicht als „Stadt der Liebe“ sondern als „Stadt der Polizisten und Tou – emmh – Terroristen“ wird einmal gesagt. Regisseur Andreas Jendrusch und die Regionentheater-Produzentin Birgit Heintel haben das an sich zeitlose Stück so auch in die aktuelle Gegenwart geholt.
Trockener Humor und amüsante Dialoge brachten das Publikum im Permanentmodus zum Lachen. Ein Dualismus wird auch durch die pfiffig konstruierte Drehbühne auf Rollen aufgezeigt: Zunächst die unaufgeräumte Wohnung der Lebedame, dann um 180 Grad gedreht erscheint das Bücherrefugium des Akademikers. Alles führt natürlich zu einem guten „Ende gut, alles gut“: Mit einem langen Kuss wird die Liebe besiegelt.

Vier linke Hände und zwei müde Augen

Ich bin im Grunde viel zu erschöpft, um einen wirklich lesenswerten Beitrag zu verfassen. Kaum zurück aus dem Probenidyll im Schwarzwald habe ich mich innerhalb von 4 Tagen wieder in das gewohnte Aufgabenkarussell eingefunden und spurte zwischen Stadtrundfahrtsmoderationen, Vorstellungen im Süden, Sporthalle, meinem Rechner und allen möglichen anderen Orten hin und her.

Kurzes Update für die Mitleser: Die Premiere in Simmersfeld folgte dem Aberglauben, die GP war ne Katastrophe und hat dann auch zum gewünschten Ergebnis geführt. Wir und soweit ich es beurteilen kann auch die Zuschauer hatten viel Spaß bei der Schlacht ums überschwemmte Archiv meines Nachbarn, dem Einbau von Küchenschränken mit vier linken Händen und meinem vierzigsten Geburtstag, den ich ja dieses Jahr regelmäßig feiere. Die Presse erschöpft sich zwar ein bißchen im Zusammenfassen der Handlung, ich hab mich aber trotzdem gefreut – endlich machen die mal Fotos, die mich nicht komplett unvorteilhaft erscheinen lassen. In diesem Sinne, ein guter Tag!

Wers nachlesen will:
Artikel im SÜDKURIER
Artikel im Schwarzwälder Boten

Nächste Vorstellungen
24.04. um 18 Uhr im fest.spiel.haus Simmersfeld
18.06. um 20 Uhr im könglichen Kurtheater in Bad Wildbad
19.07. um 20 Uhr im Kursaal in Bad Dürrheim

Landleben at it’s best

Während ich gestern noch meine inzwischen erprobte Joggingstrecke ablief, legt sich heute eine dicke, weiße Schneedecke über den schwarzen Wald.

sommersicht

Blick von der Theaterterrasse gestern …

wintersicht

Blick von der Theaterterrasse heute …

Ich könnte theoretisch Ski fahren gehen (tatsächlich gibt es sogar einen kleinen Skilift hinter dem Theater). In Ermangelung der Bretter, die, naja, auch fast die Welt bedeuten, entscheide ich mich für Indoor Sport. Es gibt im Gästehaus einen großen Trainingssaal zum Aufwärmen, wo man mit You-Tube-Trainern Aerobic machen kann. Vorher hole ich mir Frischmilch aus der Milchtankstelle gegenüber. Heute bin ich alleine in dem riesigen Haus, weil mein Kollege Mittwochs nach der Probe immer nach Hause in Richtung Offenburg fährt, um zu unterrichten.

Nachdem ich die letzten Tagen immer bis in die Puppen geschlafen habe – man schläft hier extrem tief und die Probe beginnt meist nicht vor elf – erwache ich heute schon gegen sieben Uhr … wer weiß, vielleicht war Vollmond. Und nutze die Zeit, meinen Text und den passenden Chanson zum Stück einzustudieren. Es ist herrlich auf dem Land! Nichts lenkt einen ab und man kann sich ganz seiner Arbeit und der Pflege des Egos widmen. Daran könnte ich mich fast gewöhnen …