Zu gut gerutscht

Zurück aus dem Schwarzwald verbringe ich letzte Tage in Hamburg, und zwar mit den finalen Vorbereitungen für den Umzug am Samstag. Dies gelingt zur Stund allerdings nur mit der tatkräftigen Unterstützung meines Sohnes, denn mein Rutsch ins neue Jahr gestaltete sich diesmal unfallträchtig. Mit ungeignetem Schuhwerk einem Zug hinterherspurtend rutschte ich … und zwar aus. Die Folge sind ein geschwollener Fuß und dadurch bedingt eingeschränkte Bewegungsfähigkeit.

Nach dem Rutsch

Nach dem Rutsch

Immerhin ist am Neujahrstag meines Wissens nach kein prominenter Sympathieträger gestorben und das dahingehende 2016-Bashing wird sich hoffentlich in diesem Jahr nicht fortsetzen. Langsam bin ich nämlich in der Tat ein wenig overflashed von Leuten, die im eigenen Jahresrückblick dem Schicksal prominenter, aber ihnen persönlich unbekannten Persönlichkeiten mehr Bedeutung zumessen als ihrem eigenen.

Vor meinem Sturz ins neue Jahr haben wir übrigens eine fulminante Silvestervorstellung gespielt mit voller Hütte und beglücktem Regisseur. Ein wundervoller Jahresausklang! Vier linke Hände ist bereits im Februar wieder auf dem Spielplan, so dass ich bereits in 4 Wochen ein erstes Gastspiel in Deutschland gebe und damit sanft in die berufliche Quasi-Pause geführt werde …

Bonne année à tout le monde, bref:

3. Station: Zurück im schwarzen Wald

Gar nicht so weit weg von Frankreich, nämlich unweit von Straßburg im Schwarzwald, wurde über die Feiertage „Vier linke Hände“ wieder aufgenommen, das Stück, mit dem das Jahr 2016 für mich begann. Auch wenn in allen sozialen Netzwerken das morgen zu Ende gehende Jahr als bitch beschimpft und der Tod diverser Prominenter (von denen manch einer, wie etwa Leonard Cohen, doch immerhin ein stolzes Alter erreicht hatte) zum Anlass genommen wird, 2016 als besonders häßliches Jahr zu brandmarken, war es für mich persönlich ein erlebnisreiches und wundervolles Jahr, und ich finde es schön, es am morgigen Silvesterabend mit dem Werk ausklingen zu lassen, welches mich hat hineingleiten lassen.

Die Geschichte von Sophie und Betrand paßt zwar nicht ganz zur Jahreszeit, spielt sie doch im menschenleeren Paris im Sommermonat August, wo unsere beiden Hauptfiguren als einzige die Sommerfereien zu Hause verbringen. Aber Liebesgeschichten lassen sich auch postsaisonal – um mal eine 2016 prägende Wortwendung zu verwenden – hervorragend erzählen, und es ist eine solche Freude, die Welt dieses Katastrophenpärchens auf der Bühne entstehen zu lassen! Besonders freue ich mich auf die morgige Silvestervorstellung, zu der ich drei besondere Gäste begrüßen darf, unter ihnen meine Mutter. Ein würdiger Abschied von 2016 und wenig später auch vorübergehend von deutschem Boden.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gelungenen Jahreswechsel.

Zur Vorankündigung der Silvestervorstellung.

Wenn zwei Menschen zwei linke Hände haben, macht das „Vier linke Hände“, so lautete auch der Titel der Aufführung des Regionentheaters im Bad Dürrheimer Kurhaus. Dabei ist mit den Händen der beiden Hauptpersonen, Sophie und Bertrand, eigentlich alles in Ordnung. Schwierigkeiten haben sie nur, Herz und Verstand in Einklang zu bringen. | Bild: Martin Gruhler

Wenn zwei Menschen zwei linke Hände haben, macht das „Vier linke Hände“, so lautete auch der Titel der Aufführung des Regionentheaters im Bad Dürrheimer Kurhaus. Dabei ist mit den Händen der beiden Hauptpersonen, Sophie und Bertrand, eigentlich alles in Ordnung. Schwierigkeiten haben sie nur, Herz und Verstand in Einklang zu bringen. | Bild: Martin Gruhler

Vier linke Hände und zwei müde Augen

Ich bin im Grunde viel zu erschöpft, um einen wirklich lesenswerten Beitrag zu verfassen. Kaum zurück aus dem Probenidyll im Schwarzwald habe ich mich innerhalb von 4 Tagen wieder in das gewohnte Aufgabenkarussell eingefunden und spurte zwischen Stadtrundfahrtsmoderationen, Vorstellungen im Süden, Sporthalle, meinem Rechner und allen möglichen anderen Orten hin und her.

Kurzes Update für die Mitleser: Die Premiere in Simmersfeld folgte dem Aberglauben, die GP war ne Katastrophe und hat dann auch zum gewünschten Ergebnis geführt. Wir und soweit ich es beurteilen kann auch die Zuschauer hatten viel Spaß bei der Schlacht ums überschwemmte Archiv meines Nachbarn, dem Einbau von Küchenschränken mit vier linken Händen und meinem vierzigsten Geburtstag, den ich ja dieses Jahr regelmäßig feiere. Die Presse erschöpft sich zwar ein bißchen im Zusammenfassen der Handlung, ich hab mich aber trotzdem gefreut – endlich machen die mal Fotos, die mich nicht komplett unvorteilhaft erscheinen lassen. In diesem Sinne, ein guter Tag!

Wers nachlesen will:
Artikel im SÜDKURIER
Artikel im Schwarzwälder Boten

Nächste Vorstellungen
24.04. um 18 Uhr im fest.spiel.haus Simmersfeld
18.06. um 20 Uhr im könglichen Kurtheater in Bad Wildbad
19.07. um 20 Uhr im Kursaal in Bad Dürrheim

Landleben at it’s best

Während ich gestern noch meine inzwischen erprobte Joggingstrecke ablief, legt sich heute eine dicke, weiße Schneedecke über den schwarzen Wald.

sommersicht

Blick von der Theaterterrasse gestern …

wintersicht

Blick von der Theaterterrasse heute …

Ich könnte theoretisch Ski fahren gehen (tatsächlich gibt es sogar einen kleinen Skilift hinter dem Theater). In Ermangelung der Bretter, die, naja, auch fast die Welt bedeuten, entscheide ich mich für Indoor Sport. Es gibt im Gästehaus einen großen Trainingssaal zum Aufwärmen, wo man mit You-Tube-Trainern Aerobic machen kann. Vorher hole ich mir Frischmilch aus der Milchtankstelle gegenüber. Heute bin ich alleine in dem riesigen Haus, weil mein Kollege Mittwochs nach der Probe immer nach Hause in Richtung Offenburg fährt, um zu unterrichten.

Nachdem ich die letzten Tagen immer bis in die Puppen geschlafen habe – man schläft hier extrem tief und die Probe beginnt meist nicht vor elf – erwache ich heute schon gegen sieben Uhr … wer weiß, vielleicht war Vollmond. Und nutze die Zeit, meinen Text und den passenden Chanson zum Stück einzustudieren. Es ist herrlich auf dem Land! Nichts lenkt einen ab und man kann sich ganz seiner Arbeit und der Pflege des Egos widmen. Daran könnte ich mich fast gewöhnen …